Wenn Ruhe unruhig macht – Yoga, Ungeduld und unsere Komfortzonen

Jules YoBa
Jules YoBa Yoga Dresden

Vielleicht kennst du das.

Du kommst auf die Matte, weil du dir Bewegung, Dehnung und Ruhe wünschst. Einen Ausgleich. Zeit nur für dich. Weniger Tempo, weniger Druck, weniger „Müssen“. Und gleichzeitig brauchst du doch dieses „Spüren“, was du bisher mehr im Auspowern und „leisten“ erfahren hast.

Und dann liegst du in einer scheinbar entspannten Haltung, stehst in einer scheinbar nicht so fordernden Position (Asana) – und plötzlich wird es innerlich laut.

Gedanken tauchen auf.
Dein Körper beginnt zu zittern.
Eine Stimme in dir fragt: „Wie lange noch?“

Willkommen in einem sehr ehrlichen Moment deiner Yogapraxis.

„Ich brauche mehr Kraft und will mehr ins schwitzen kommen“.. höre ich wieder. Und sehe doch, wie du eigentlich ins „schwitzen“ kommst, nur anders als du es erwartet hast.

Denn Yoga bei mir ist kein Poweryoga, bei dem wir soviel Asanas und starkes kraftvolles Auspowern am Ende der Stunde sehen und dann vor Erschöpfung einschlafen in der Meditation. Es ist auch kein Ort, an dem bewertet wird, wer etwas wie gemacht und und ganz besonders Bewertungen, wie bspw. „Achso für dich war das also anstrengend“ fallen sollten. Denn wenigstens hier, beim Yoga geht es nicht darum. Yoga zeigt dir oftmals ganz anders deine Grenzen und manchmal für dich nicht gleich ersichtlich, als du es vermutlich erwartet hast.

Yoga – ursprünglich aus Indien – wird oft mit Entspannung gleichgesetzt. Und ja, Yoga kann unglaublich beruhigend sein.

Doch in den Lehren des Yoga Sutra von Patanjali wird Yoga nicht nur als körperliche Praxis beschrieben, sondern als ein Weg, die Bewegungen des Geistes bewusster wahrzunehmen.

Und genau das geschieht, wenn wir langsamer werden.

Im Außen wird es ruhig.
Im Inneren manchmal nicht.

Ungeduld ist kein Gegner

Wenn Ungeduld auftaucht, bedeutet das nicht, dass du „nicht gut meditieren“ kannst oder „nicht entspannt genug“ bist und es bedeutet eben auch nicht, „das ist zu leicht für dich“.

Ungeduld ist ein Signal.
Ein Schutzmechanismus.
Ein Hinweis auf eine Grenze.

Vielleicht zeigt sie dir, wo du Kontrolle loslassen darfst.
Vielleicht zeigt sie dir, wo du dir selbst mehr Mitgefühl schenken kannst.
Vielleicht zeigt sie dir, wo Wachstum möglich ist.

Ich sage in meinen Stunden oft: Schenk dir noch ein tiefes ein und ein langes Ausatmen. Nicht aus Ehrgeiz. Sondern aus Neugier.

Was passiert, wenn du nicht sofort reagierst?
Was verändert sich, wenn du beobachtest statt handelst?

In diesem kleinen Raum zwischen Impuls und Reaktion liegt unglaublich viel Kraft.


Komfortzone bedeutet Vertrautheit – nicht Entwicklung

Unsere Komfortzone fühlt sich sicher an, weil sie bekannt ist. Aber bekannt heißt nicht automatisch hilfreich.

Manchmal ist innere Unruhe vertraut.
Manchmal ist Selbstkritik vertraut.
Manchmal ist das schnelle „Weiter“ vertraut.

Yoga lädt dich ein, diese Muster wahrzunehmen – ohne sie sofort verändern zu müssen. Allein das Erkennen erweitert deine Komfortzone.

Und plötzlich wird aus einer scheinbar ruhigen Haltung eine echte innere Reise.


Meine Einladung an dich

In meinen Stunden geht es nicht darum, wie flexibel du bist oder wie lange du etwas halten kannst. Es geht darum, dass du dich selbst ehrlicher wahrnimmst.

Dass du spürst, wo deine Grenze heute ist.
Dass du lernst, zwischen Überforderung und Wachstum zu unterscheiden.
Dass du dir erlaubst, ungeduldig zu sein – und trotzdem zu bleiben.

Yoga beginnt oft genau dort, wo es kurz unbequem wird.

Wenn du Lust hast, diesen Raum gemeinsam zu erforschen – in Bewegung, in Ruhe, mit Tiefe und Leichtigkeit – dann freue ich mich, dich auf der Matte zu begleiten.

Deine
Jule


Buchung