Was Resilienz damit zu tun hat, wie wir unseren Alltag wirklich gestalten
Wir sind erstaunlich gut darin, im alltäglichen Struggle einfach weiterzumachen.
Wir stehen auf, obwohl wir schlecht geschlafen haben. Wir beantworten noch schnell die Nachricht. Übernehmen diese eine Aufgabe. Sagen zu, obwohl wir eigentlich keine Zeit haben.
Wir funktionieren im Job, kümmern uns um Familie, Haushalt und Termine. Und irgendwo dazwischen versuchen wir, selbst auch noch vorzukommen.
Wir stecken ziemlich viel weg.
Aber merken wir eigentlich noch, wann es zu viel wird?
Und noch wichtiger: Entscheiden wir selbst noch – oder reagieren wir nur auf das, was gerade passiert?
Wenn aus „Ich kann“ ein „Ich muss“ wird
Genau hier wird Resilienz für mich interessant.
Denn Resilienz wird oft damit verbunden, belastbarer zu werden. Mehr auszuhalten. Auch in schwierigen Zeiten weiterzumachen.
Aber vielleicht ist das gar nicht der Punkt.
Vielleicht bedeutet Resilienz nicht, dass wir immer noch ein bisschen mehr schaffen müssen.
Vielleicht bedeutet Resilienz, handlungsfähig zu bleiben oder wieder zu werden.
Also nicht nur zu fragen:
Wie bekomme ich das alles noch irgendwie hin?
Sondern auch:
Will ich das eigentlich so?
Was brauche ich gerade?
Was kann ich beeinflussen?
Und wo habe ich tatsächlich eine Wahl?
Eine Erkenntnis aus meinem letzten Resilienzkurs
Eine Teilnehmerin aus meinem letzten Kurs hat für mich etwas sehr Wichtiges beschrieben.
Sie merkte, wie oft sie im Alltag in ein inneres „Ich muss“ rutschte.
Nicht, weil tatsächlich alles erledigt werden musste.
Sondern weil sie es gewohnt war, Verantwortung zu übernehmen, Erwartungen zu erfüllen und Dinge einfach zu machen.
Im Laufe des Kurses entstand eine kleine, aber wichtige Veränderung:
Sie begann wahrzunehmen, dass zwischen einem Impuls und ihrer Reaktion eine Entscheidung liegen kann.
Nicht jede Situation lässt sich verändern. Aber wir können oft entscheiden, wie wir damit umgehen.
Ob wir noch Ja sagen.
Ob wir eine Pause machen.
Ob wir Hilfe annehmen.
Ob wir eine Grenze setzen.
Ob wir etwas verschieben.
Oder ob wir bewusst sagen:
Das ist mir wichtig. Dafür entscheide ich mich.
Das klingt zunächst ziemlich unspektakulär.
Und gleichzeitig kann genau darin unglaublich viel Selbstwirksamkeit liegen.
Resilienz beginnt nicht erst in der Krise
Wir müssen nicht erst völlig erschöpft sein, um uns mit unserer Widerstandskraft zu beschäftigen. Im Gegenteil, denn in der Krise geht es vermeintlich für unsere Nervensystem ums Überleben. Da bleibt wenig Energie.
Resilienz zeigt sich jeden Tag.
In kleinen Entscheidungen. In unserem Umgang mit Stress. In der Art, wie wir unsere Grenzen wahrnehmen.
Aber auch darin, ob wir unsere eigenen Bedürfnisse überhaupt noch hören.
Und ob wir uns selbst zutrauen, Einfluss auf unser Leben zu nehmen.
Dabei geht es nicht darum, jeden Tag alles perfekt zu machen.
Es geht auch nicht darum, aus jeder Herausforderung sofort eine persönliche Wachstumschance zu machen.
Manchmal ist das Leben einfach anstrengend.
Manchmal können wir eine Situation nicht verändern.
Aber selbst dann bleibt häufig die Frage:
Was liegt jetzt in meiner Hand?
Und manchmal ist die Antwort erstaunlich klein.
Heute früher Feierabend machen.
Diese eine Aufgabe nicht übernehmen.
Jemanden um Hilfe bitten.
Eine Verabredung absagen, weil die eigenen Akkus leer sind.
Oder einfach zehn Minuten nichts tun, obwohl noch zehn Dinge auf der Liste stehen.
Also: Rennst du noch?
Vielleicht ist das eine Frage, die du dir zwischendurch einmal stellen kannst:
Renne ich gerade noch – oder entscheide ich schon wieder selbst?
Denn vielleicht brauchen wir nicht immer mehr Disziplin, mehr Durchhaltevermögen oder noch bessere Selbstoptimierung.
Vielleicht brauchen wir manchmal einfach einen Moment, in dem wir aus dem Autopiloten aussteigen.
Durchatmen.
Wahrnehmen.
Und uns daran erinnern:
Ich habe nicht auf alles Einfluss. Aber ich bin nicht völlig machtlos.
Ich kann entscheiden, wie ich mit dem umgehe, was mir begegnet.
Für mich ist genau das ein wichtiger Teil von Resilienz.
Nicht immer stark sein.
Sondern immer wieder den eigenen Handlungsspielraum entdecken.
Und vielleicht beginnt genau dort die Veränderung:
Nicht beim nächsten Durchhalten.
Sondern bei der nächsten bewussten Entscheidung.
Du möchtest deine innere Kraft stärken?
In meinem Stressbalance- und Resilienzkurs „Innere Kraft entwickeln und stärken“ schauen wir genau dorthin: auf deine persönlichen Stressmuster, deine Ressourcen und darauf, was du selbst tun kannst, um auch in herausfordernden Zeiten handlungsfähig zu bleiben.
Nicht noch mehr leisten.
Nicht noch besser funktionieren.
Sondern dich selbst wieder bewusster in dein eigenes Leben einplanen.
→ Mehr Informationenhttps://staysana.com/p/jules-yoba-juliane-roehricht/kurs/1451 zum Kurs und zur Anmeldung